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Wer kennt das nicht? Im ganzen Morgenwirbel mit den Kindern bleibt das eigene Styling immer etwas auf der Strecke. Die ganze Familie angezogen, Brotzeit geschmiert, verpackt, noch mal aufs Klo geschickt, fehlende Handschuhe gesucht… Natürlich steht Mami da nicht auch noch lange vor dem Spiegel. Sondern freut sich, wenn sie selbst zumindest frische Kleider anhat und – welch Luxus – ein bisschen Mascara auf den Augen gelandet ist, bevor sie endlich auf die Strasse stürzt.

Und die Haare? Ewig nicht mehr beim Friseur gewesen, Spitzen brüchig, Strähnchen rausgewachsen? Ganz oft bleibt nicht mal Zeit für eine Haarbürste! Also Haare nach oben, hinten zusammen, verdrehen, Gummi rum – zack, fünf Sekunden, fertig: der Mamidutt. Auf Englisch „Mumbun“ oder auch „Messybun“. Denn messy ist er leider! Nur nicht so absichtsvoll elegant wie die coole junge französische Studentin das macht. Denn wir müssen uns nicht bemühen, dass es aussieht, wie „wilde Nacht hinter mir und gerade aus dem Bett gestiegen“.

Bei vielen Mamis sehe ich so traurig zerzauste Kreation auf dem Kopf durch die Strassen schleichen. Deshalb gibt es nun drei Varianten des Mamidutts, die für Abwechslung und gute Laune sorgen und sogar etwas Eleganz verströmen. Und man braucht auch nicht viel länger, versprochen!


Die Ballerina

Auch wenn die Waage gerade noch nicht auf „Ballerina“ steht, kann die richtige Frisur schon mal ein bisschen Strecken helfen. Bei nicht ganz frisch gewaschenen Haaren ist ein richtig hoher eng zusammen gebundener Knoten die Rettung – und hält in diesem Fall übrigens auch gleich viel besser! Verfeinert mit einem Tuch fühlt sich jede Mami direkt frisch und adrett und bereit für den Tag. Egal wie stürmisch es noch wird: mit dem Mami-Ballerina-Dutt kann man nicht anders als grazil durch den Alltag tanzen…

1 Haare hoch zusammennehmen
2 weiches Haargummi wie zum Pferdeschwanz herumschlingen
3 ein zweites Mal hindurch führen, aber nur so weit, dass eine kurze Haarschlaufe heraussteht
4 und 5 restlichen Teil vom Pferdeschwanz um die Schlaufe herumdrehen
6 mit Spiral-Haargummi zweimal fest umwickeln
7 kleines Tuch (unseres ist von Roeckl) in schmales Band legen und um den Dutt knoten
8 Knoten oder kleine Schleife seitlich binden (denn: mittig auf dem Kopf = Geschenkschleife!)


Die Pariserin

Anfangs hatte ich dieses Idealbild ja schon erwähnt: die ewig coole Pariserin, die mit einer so einmaligen Lässigkeit elegant ist, dass man sie praktisch nicht kopieren kann (wer es übrigens versuchen will, kommt um das Buch „How To Be Parisian…“ einfach nicht herum). Als Variante des Mamidutts sollte man trotzdem einfach mal die Pariser Mähne versuchen und fühlt sich in Kombination mit einem tollen Lippenstift oder strahlendem Rouge oder rotem Nagellack (eins davon genügt für den Effekt absolut!) sofort „tres chic“. Und wenn der Nachwuchs mal wieder nörgelt: stell ich  mir vor, ich sei in der Stadt der Liebe, schüttle die wilden Locken, nehme einen Zug an der imaginären Gauloises und säusele ein lächelndes „Oui mon cherie!“

1 Haare locker aufschütteln und zerzausen
2 oberen Teil abnehmen
3 Spiralhaargummi zweimal um die Haare wickeln, nicht ganz hindurchziehen
4 und 5 Dutt sitzt einfach locker am Hinterkopf
6 von meiner Schwester (selbst beneidenswert cool, jung und auch noch Studentin!) habe ich dieses Haaröl
empfohlen bekommen.
7 Ein paar Tropfen in die Haarenden einkneten und damit etwas definieren…
8 …et voilà!


Die Münchnerin

Zur fünften Jahreszeit in München (für alle Preußen: Oktoberfest-Zeit!) werden die tollsten Flechtfrisuren erdacht. Ob Bubischnitt, krause Mähne oder irre Strähnchen – an der Wiesn tragen alle zum Dirndl plötzlich züchtig geflochtene Zöpfe. Den Rest des Jahres (und im Rest des Landes) erinnert das aber zu sehr an kleine Mädchen oder stramme Bäuerinnen, deshalb mag ich die abgemilderte gedrehte anstatt geflochtene Variante. Durch die Welle sieht es gleich nach einer richtigen „Frisur“ aus, bedarf aber trotzdem kaum mehr Aufwand als das simple „Haare zurück“. Einfach und genial, bereit fürs Bierkrug-Stemmen… oder Laufrad-Tragen… oder Einkaufstüten… oder schlafende Kinder… oder doch lieber Bierkrüge!

1 Mit einem Kamm Seitenscheitel abtrennen
2 die breitere Seite als Strähne vorne zusammennehmen…
3 …und eindrehen
4 nach hinten legen und mit einer Haarnadel feststecken
5 alle Haare mit weichem Haargummi zum Pferdeschwanz nehmen
6 hochdrehen zum Dutt und mit Spiral-Haargummi fixieren
7 die eingedrehte Strähne ein bisschen rauszupfen und hochziehen
8 so entsteht Volumen am oberen Kopf

Ab jetzt gibt es keine Ausreden mehr für einen langweiligen Mamidutt! Man muss nur noch entscheiden, mit welcher Mami-Frisur man heute am Liebsten das Haus verlässt: die Ballerina-Krone, die Pariserinnen-Mähne oder die Münchnerinnen-Welle? Alle einen Versuch wert, finde ich!

 

Fotos: Philippa Meenen

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